Weihnachtsgeschichten für Kinder
Weihnachtsgeschichten für Kinder sind mehr als Unterhaltung - sie sind Sprachschule, Fantasiereisen, Trostspender, Einschlafhilfen, Wertevermittler und vor allem: gemeinsame Zeit voller Magie und Nähe. In einer Welt voller Bildschirme ist das Vorlesen eines der wertvollsten Geschenke, die Sie Ihrem Kind machen können. Nicht das Spielzeug unterm Baum wird Ihr Kind in 20 Jahren erinnern - aber die kuscheligen Abende, an denen Sie gemeinsam in Geschichtenwelten eintauchten. Schenken Sie Ihren Kindern diese Magie. Jeden Abend eine Geschichte, jeden Abend ein kleines Wunder. Viel Freude beim Stöbern und Vorlesen!
- Weihnachtsgeschichten für Kinder
- Weihnachtsgeschichten für Kinder - Magie, die Kinderaugen zum Leuchten bringt
- Was macht eine gute Weihnachtsgeschichte für Kinder aus?
- Weihnachtsgeschichten nach Altersgruppen: Was passt wann?
- Die wichtigsten Themen in Kinder-Weihnachtsgeschichten
- Vorlesetechniken: So werden Geschichten lebendig
- Häufige Fehler beim Vorlesen von Weihnachtsgeschichten - und wie Sie sie vermeiden
- Weihnachtsgeschichten als pädagogisches Werkzeug
- Kreative Erweiterungen: Mehr als nur Vorlesen
1. Weihnachtsgeschichten für Kinder
Der etwas andere Weihnachtsbaum
Autor: weihnachtsgeschichten.net
Lesezeit: ca. 2 Minuten"Papa, Papa, wir müssen noch einen Weihnachtsbaum kaufen!", nörgelt Tommi und zieht ungeduldig an Papas Hemd. "Ja, ich weiß", murmelt dieser in seinen Bart, ohne von seinem Computer aufzuschauen. Tommi ist genervt. Seit Stunden sitzt sein Papa vor dem Laptop und arbeitet. Dabei haben sie noch nicht einmal einen Weihnachtsbaum gekauft. Übermorgen ist Heiligabend und es gibt …
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Das verlorene Jesuskind
Autor: weihnachtsgeschichten.net
Lesezeit: ca. 3 Minuten"Komm, hilf mir mal", sagt Papa und hebt die schwere Krippe vom Dachboden herunter. Max steht unten und packt mit an. Morgen ist Weihnachten und Max darf helfen, die Krippe mit aufzubauen. Darauf freut er sich jedes Jahr. Die schönen Holzfiguren von Maria, Josef und dem Jesuskind und die vielen Schafe mitsamt den Hirten - Max hatte große Freude, die Figuren anzuordnen. Papa stellt die …
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Wie der Osterhase Weihnachten feiert
Autor: weihnachtsgeschichten.net
Lesezeit: ca. 2 MinutenLeo sitzt am Fenster und schaut den Schneeflocken zu. Leise rieseln sie an die Fensterscheibe und laufen dann als Tropfen das Glas hinunter. Leo liebt den Schnee und er würde am liebsten draußen herumtollen, aber er ist ein bisschen erkältet und seine Mutter hat gesagt, dass er lieber drinnen bleiben soll. Plötzlich, als er gerade schon vom Fensterbrett klettern will, sieht er einen kleinen …
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Die Geschichte von der Frau Holle
Autor: Luise Büchner
Lesezeit: ca. 14 MinutenDie Geschichte von der Frau Holle
Vor ganz undenklich langer Zeit, da gab es noch gar kein Christkindchen, sondern nur eine Frau Holle, die wohnte nicht weit von uns auf der höchsten Spitze der Odenwaldberge, auf der kalten, windigen Böllsteiner Höhe. Die schönen Odenwaldberge waren damals noch nicht, wie jetzt, bis fast hinauf mit fruchtbaren Feldern und üppigen Wiesen bedeckt, sondern es …
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Die Geschichte vom Tannenbäumchen
Autor: Luise Büchner
Lesezeit: ca. 10 MinutenTante Luise," sagte am andern Abend Mathildchen, "was erzählst du uns denn heute für eine Geschichte? Weißt du denn noch etwas?"
"Ja, freilich weiß ich noch etwas, hört mir nur zu!"
"Ach, Tante," sagte das Mathildchen wieder, "es dauert doch gar zu lange, bis das Christkind kommt, ich kann es kaum mehr aushalten und werde ganz …
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Weihnachtsmärchen
Autor: Heinrich Pröhle
Lesezeit: ca. 2 MinutenDas Weihnachtsfest war nahe herangekommen und aus dem Walde gingen viele Tannen in die Hauptstadt des Landes bei dem schlechten Wege immer durch Dick und Dünn. Wenn Jemand sie fragte: wo wollt ihr Tannen denn hin? so antworteten sie: wir wollen in die Stadt und den Herrn Christ loben.
Ein ganz kleines Tannenbäumchen, das im Walde neben seiner Mutter stand, lief immer hinter seiner Mutter her, …
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Das kleine Schneeflöckchen
Autor: unbekannt
Lesezeit: ca. 2 MinutenEs war Winter, dicke Schneeflocken wirbelten durch die Luft und bedeckten die Stadt mit einer dicken, weißen Decke. In den Fenstern funkelten Kerzenlichter, es wurde gebacken und der Christbaum geschmückt; denn morgen war Heiligabend. Alle freuten sich auf das Weihnachtsfest, Kinder spielten vergnügt im Garten. Auf den Straßen roch es nach frischem Lebkuchen. Doch nicht alle Kinder waren …
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Weihnachten der Tiere
Autor: unbekannt
Lesezeit: ca. 2 MinutenDie Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. "Na klar, Gänsebraten", sagte der Fuchs, "was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!" "Schnee", sagte der Eisbär," viel Schnee!" Und er schwärmte verzückt: "Weiße Weihnachten feiern!" Das Reh sagte: "Ich brauche aber einen Tannenbaum, …
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Die Schlittenfahrt auf der Milchstraße
Autor: Gerdt von Bassewitz
Lesezeit: ca. 4 MinutenNoch nie sind Kinder so schön gefahren, wie Peterchen und Anneliese in Sandmanns Mondschlitten auf der Milchstraße zum Schoß der Nachtfee!
Aus einem leise leuchtenden Schaum war der Weg unter ihnen, glänzender als frischer Schnee und zarter als der Schaum der klarsten Wellen. Lautlos glitt der Schlitten auf diesem Zauberwege durch den Himmelsraum. Nur die kleinen, gläsernen Glöckchen an …
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Hänsel und Gretel
Autor: Brüder Grimm
Lesezeit: ca. 12 MinutenVor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner …
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Der selbstsüchtige Riese
Autor: Oscar Wilde
Lesezeit: ca. 8 MinutenJeden Nachmittag, wenn sie aus der Schule kamen, pflegten die Kinder in des Riesen Garten zu gehen und dort zu spielen.
Es war ein großer, lieblicher Garten mit weichem, grünem Gras. Hier und da standen über dem Gras schöne Blumen wie Sterne, und es waren dort zwölf Pfirsichbäume, die im Frühling zarte, rosige und perlfarbene Blüten hatten und im Herbst reiche Früchte trugen. Die …
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2. Weihnachtsgeschichten für Kinder - Magie, die Kinderaugen zum Leuchten bringt
Die Advents- und Vorweihnachtszeit eignet sich besonders gut, um Kindern schöne Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Diese finden sich nicht nur in den zahlreichen Büchern rund um das Thema Weihnachten, die es mittlerweile zu kaufen gibt. Auch im Internet veröffentlichen Autoren Weihnachtsgeschichten für Kinder.
Auf dieser Seite finden Sie eine Sammlung mit kurzen Geschichten, die sich prima eignen, um sie den Kleinen bei einem gemütlichen Abend mit Tee und Plätzchen vorzulesen oder auch als Gute-Nacht-Geschichte. Unsere Geschichten sind vielfältig. Eines haben sie aber allesamt gemeinsam: sie sind meist so kurz, dass man sogar mehrere davon auf einmal vorlesen kann. Vielleicht finden Sie ja sogar eine neue Lieblingsgeschichte. Wir wünschen Ihnen ganz viel Spaß beim Stöbern!
3. Was macht eine gute Weihnachtsgeschichte für Kinder aus?
Nicht jede Weihnachtsgeschichte ist automatisch für jedes Kind geeignet. Die besten Kindergeschichten vereinen bestimmte Qualitäten, die sie zu unvergesslichen Vorleseerlebnissen machen:
Die sechs Grundpfeiler kindgerechter Weihnachtsgeschichten
1. Einfache, klare Sprache: Kinder brauchen Geschichten, deren Wortwahl sie verstehen. Komplizierte Schachtelsätze oder zu viele Adjektive verwirren. Gute Kindergeschichten nutzen kurze, prägnante Sätze und anschauliche Verben. Statt "Der Weihnachtsmann bewegte sich langsam vorwärts" besser "Der Weihnachtsmann stapfte durch den Schnee".
2. Klarer Rhythmus und Melodie: Kinder lieben Geschichten, die sich fast wie Musik anhören. Wiederholungen, Reime oder rhythmische Strukturen machen Geschichten einprägsam und angenehm zu hören. "Erst kommt der Weihnachtsmann-Tanz, dann wird's hell im ganzen Haus ganz."
3. Kurze Handlung mit klarem Anfang, Mitte und Ende: Kinder brauchen Struktur. Eine gute Kindergeschichte hat ein Problem am Anfang (das Rentier ist krank), eine Lösung in der Mitte (die Tiere helfen zusammen) und ein befriedigendes Ende (alle feiern gemeinsam Weihnachten). Keine langen Abschweifungen oder Subplot-Wirrwarr.
4. Sympathische Protagonisten: Kinder identifizieren sich mit den Hauptfiguren. Diese sollten nachvollziehbare Gefühle haben (Aufregung, Angst, Freude), Fehler machen dürfen und am Ende wachsen. Perfekte Figuren sind langweilig - Kinder lieben Charaktere, die stolpern und wieder aufstehen.
5. Emotionale Zugänglichkeit: Die Gefühle in der Geschichte sollten für Kinder nachvollziehbar sein. Ein Kind versteht Vorfreude auf Geschenke, Angst vor der Dunkelheit, Freude über Schnee. Abstrakte Emotionen wie existenzielle Melancholie oder ironische Distanz überfordern.
6. Hoffnung und positiver Ausgang: Kinder brauchen das Gefühl, dass am Ende alles gut wird. Das bedeutet nicht, dass es keine Herausforderungen geben darf - aber die Geschichte sollte Trost, Hoffnung oder ein Happy End bieten. Kinder schlafen nicht gut ein nach einer Geschichte ohne Lösung.
4. Weihnachtsgeschichten nach Altersgruppen: Was passt wann?
Kleinkinder (2-3 Jahre)
Entwicklungsstand: Kurze Aufmerksamkeitsspanne (5-10 Minuten), lieben Wiederholungen, verstehen einfache Handlungen, beginnen Sprache zu erfassen
Ideale Geschichten:
- Sehr kurz: 3-5 Minuten Vorlesezeit maximal
- Viele Wiederholungen: "Und der erste Engel sagte... Und der zweite Engel sagte..."
- Einfachste Handlung: Ein Ereignis, keine komplexen Verwicklungen
- Tiere als Hauptfiguren: Kinder in diesem Alter lieben Tiere (Rentier, Hase, Maus)
- Sinneserfahrungen: Geschichten über Dinge, die man sehen, hören, fühlen kann
- Pappbilderbuch-Qualität: Auch ohne Bilder - die Sprache sollte so einfach sein wie in Pappbüchern
Typische Themen: Der erste Schnee, ein Tier sucht ein warmes Zuhause, Lichter leuchten, etwas Verlorenes wird gefunden
Vorlesetipp: Nutzen Sie verschiedene Stimmen für verschiedene Tiere. Machen Sie Geräusche mit ("Der Schlitten macht: Kling-kling-kling!"). Zeigen Sie auf Gegenstände, die in der Geschichte vorkommen.
Besonderheit: In diesem Alter zählt weniger die Story als die gemeinsame Zeit, die Stimme der Eltern, das Ritual. Dieselbe Geschichte 20 Mal vorlesen ist absolut normal und gewünscht!
Kindergartenkinder (3-5 Jahre)
Entwicklungsstand: Aufmerksamkeitsspanne wächst (10-15 Minuten), verstehen Ursache-Wirkung, beginnen zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden, magisches Denken ist stark
Ideale Geschichten:
- Kurz bis mittellang: 5-15 Minuten
- Einfache Handlung mit einem Problem und einer Lösung: "Der Weihnachtsmann hat seinen Sack verloren - und findet ihn wieder"
- Magische Elemente: Sprechende Tiere, fliegende Rentiere, Wichtel, Engel - je fantastischer, desto besser
- Klare Gut-Böse-Strukturen: Gute Charaktere sind gut, böse (wenn überhaupt) sind böse - Grautöne überfordern noch
- Aktive Protagonisten: Die Hauptfigur sollte etwas TUN, nicht nur zusehen
- Happy End garantiert: Unbedingt positiv enden
Typische Themen: Abenteuer im Weihnachtswald, Hilfe für den Weihnachtsmann, ein Kind wünscht sich etwas Besonderes, Tiere bereiten Weihnachten vor, Zauber und kleine Wunder
Vorlesetipp: Langsamer vorlesen als für Erwachsene. Nach jedem Abschnitt kurz pausieren. Fragen stellen: "Was glaubst du, passiert jetzt?" Lassen Sie das Kind Geräusche machen oder mitmachen.
Häufiger Fehler: Zu gruselig werden. "Der böse Wolf" oder "die gemeine Hexe" können Albträume auslösen. Besser: Herausforderungen ohne beängstigende Figuren.
Vorschulkinder (5-6 Jahre)
Entwicklungsstand: Aufmerksamkeit hält länger (15-20 Minuten), verstehen komplexere Handlungen, können Gefühle differenzierter wahrnehmen, beginnen zu lesen (manche)
Ideale Geschichten:
- Mittellang: 10-20 Minuten
- Etwas komplexere Handlung: Nebenhandlungen sind möglich, mehrere Charaktere
- Emotionale Tiefe: Geschichten dürfen auch mal traurige Momente haben (aber mit Trost/Lösung)
- Lernmomente: Teilen, Freundschaft, Mut, Ehrlichkeit - aber nicht belehrend
- Humorvolle Elemente: Kinder in diesem Alter entwickeln Sinn für Humor
- Spannung erlaubt: Kleine Spannungsbögen sind jetzt möglich und werden genossen
Typische Themen: Ein Kind lernt etwas Wichtiges, Freunde lösen gemeinsam ein Problem, jemand ist traurig und wird getröstet, Geheimnisse und Überraschungen, Mut beweisen
Vorlesetipp: Variieren Sie Tempo und Lautstärke für Spannung. Flüstern Sie an spannenden Stellen. Lassen Sie Kinder mitfiebern. Nach der Geschichte: "Was war dein Lieblingsmoment?"
Besonderheit: Kinder in diesem Alter fangen an, Geschichten zu hinterfragen: "Kann das wirklich sein?" Das ist normal und zeigt kognitive Entwicklung. Antwort: "In Geschichten kann alles sein - das ist Magie!"
Grundschulkinder (6-10 Jahre)
Entwicklungsstand: Aufmerksamkeit deutlich länger (20-45 Minuten), verstehen komplexe Handlungen, können mehrere Perspektiven nachvollziehen, lesen oft schon selbst, kritisches Denken entwickelt sich
Ideale Geschichten:
- Mittellang bis lang: 15-45 Minuten (oder Fortsetzungsgeschichten über mehrere Abende)
- Komplexere Handlungen: Mehrere Handlungsstränge, Plot-Twists, Geheimnisse
- Differenzierte Charaktere: Figuren mit Stärken UND Schwächen, moralische Dilemmata (in altersgerechter Form)
- Spannung und Abenteuer: Richtige kleine Abenteuergeschichten möglich
- Humor und Wortspiele: Kinder genießen jetzt clevere Witze und Sprachspiele
- Realistische und fantastische Elemente gemischt: Können beides gleichzeitig schätzen
Typische Themen: Detektivgeschichten rund um Weihnachten, Zeitreisen, Kinder retten Weihnachten, Freundschaftskonflikte und Versöhnung, Familie in schwierigen Situationen (Armut, Trennung - aber kindgerecht), Mut und Selbstbehauptung
Vorlesetipp: Auch ältere Kinder genießen Vorlesen! Nicht unterschätzen. Schaffen Sie Rituale: "Jeden Abend im Advent eine Fortsetzung". Bei langen Geschichten: Am nächsten Tag kurz zusammenfassen, was bisher geschah.
Alternative: Kinder in diesem Alter können auch schon selbst lesen. Manche bevorzugen das. Bieten Sie beides an: "Willst du selbst lesen oder soll ich vorlesen?"
5. Die wichtigsten Themen in Kinder-Weihnachtsgeschichten
1. Tiere in der Weihnachtszeit
Warum Kinder das lieben: Tiere sind niedlich, nachvollziehbar und erlauben Identifikation ohne zu direkt zu sein. Ein Kind, das Angst hat, erkennt sich im ängstlichen Hasen wieder - ohne direkt konfrontiert zu werden.
Beliebte Tier-Protagonisten:
- Rentiere: Besonders Rudolph mit der roten Nase - Außenseiter, der zum Helden wird
- Mäuse und Hasen: Klein, niedlich, oft in gemütlichen Bauten - Identifikationspotenzial
- Vögel (Rotkehlchen, Eulen): Bringen oft Botschaften oder helfen
- Eichhörnchen: Sammeln Vorräte - passt zur Vorbereitungszeit
- Bären: Winterschlaf-Thema, Gemütlichkeit
- Waldtiere generell: Rehe, Füchse, Igel - bereiten gemeinsam Weihnachten vor
Typische Handlungen: Tiere helfen dem Weihnachtsmann, Tiere feiern ihr eigenes Weihnachtsfest, ein Tier findet ein Zuhause für den Winter, Tiere lernen zu teilen
2. Der Weihnachtsmann und seine Helfer
Warum Kinder das lieben: Der Weihnachtsmann ist DER zentrale Mythos der Kinderweihnacht. Geschichten über ihn nähren die Magie und Vorfreude.
Beliebte Variationen:
- Der Weihnachtsmann braucht Hilfe (Schlitten kaputt, Rentier krank, zu viele Geschenke)
- Ein Kind hilft dem Weihnachtsmann
- Wichtel in der Weihnachtswerkstatt
- Der Weihnachtsmann als Kind (Ursprungsgeschichten)
- Weihnachtsmann auf Reisen (wie kommt er zu den Kindern?)
Wichtig: Geschichten sollten die Magie nicht zerstören. Keine zu realistischen Erklärungen ("Der Weihnachtsmann ist eigentlich der Papa"). Kinder wollen glauben dürfen.
3. Engel, Sterne und himmlische Boten
Warum Kinder das lieben: Engel sind schützend, tröstend und magisch. Sie repräsentieren das Gute und Wunderbare.
Beliebte Motive:
- Ein kleiner Engel lernt fliegen
- Engel bringen Licht in dunkle Orte
- Schutzengel begleiten Kinder
- Sterne weisen den Weg
- Himmlische Musik und Gesang
Religiöser Kontext: Diese Geschichten können religiös sein (Geburt Jesu, biblische Engel) oder säkular (Engel als Fantasiewesen ohne religiöse Bindung). Beide Varianten funktionieren.
4. Kinder als Helden
Warum Kinder das lieben: Identifikation! Kinder als Protagonisten zeigen: Auch ich kann etwas bewirken, auch ich bin wichtig.
Beliebte Handlungen:
- Ein Kind rettet Weihnachten
- Geschwister lösen gemeinsam ein Problem
- Ein schüchternes Kind findet Mut
- Kinder helfen Erwachsenen, die richtige Perspektive zu finden
- Ein Kind macht eine magische Entdeckung
Wichtig: Kinder in Geschichten sollten altersgerecht handeln. Ein 6-Jähriger sollte nicht allein nachts durch die Stadt irren - das ist unrealistisch und kann Ängste auslösen.
5. Magie und Wunder
Warum Kinder das lieben: Kinder glauben an Magie. Weihnachtsgeschichten dürfen (und sollen!) diese Magie nähren.
Beliebte magische Elemente:
- Spielzeug wird lebendig
- Wünsche gehen in Erfüllung
- Zeitreisen oder magische Portale
- Unsichtbare Helfer (Wichtel, Feen)
- Verwandlungen und Zauber
- Sprechende Gegenstände
Regel: Magie braucht innere Logik. Wenn in Ihrer Geschichte Schnee sprechen kann, ist das okay - aber dann sollte es einen Grund geben, warum und wann.
6. Freundschaft und Zusammenhalt
Warum Kinder das lieben: Freundschaft ist eines der zentralen Themen der Kindheit. Weihnachten als Fest des Zusammenseins verstärkt das.
Beliebte Handlungen:
- Freunde helfen einander
- Ein Außenseiter findet Freunde
- Streit und Versöhnung
- Gemeinsam etwas schaffen
- Unterschiedliche Charaktere ergänzen sich
Lernmoment: Diese Geschichten vermitteln soziale Werte - Teilen, Verzeihen, Zusammenarbeiten - ohne zu predigen.
6. Vorlesetechniken: So werden Geschichten lebendig
Die Grundregeln des Vorlesens für Kinder
1. Schaffen Sie ein Ritual:
- Fester Zeitpunkt (z.B. jeden Abend um 19:00 Uhr)
- Fester Ort (Kinderbett, Sofa, Lesesessel)
- Kerze anzünden, Licht dimmen
- Kuscheltier darf dabei sein
- Eventuell eine Tasse Kinderpunsch oder Kakao
Warum Rituale wichtig sind: Kinder lieben Vorhersehbarkeit. Das Ritual signalisiert: Jetzt kommt etwas Schönes. Es hilft auch beim Übergang (vom aktiven Spielen zur ruhigen Schlafenszeit).
2. Die richtige Sitzposition:
- Kleinkinder: Auf dem Schoß, können das Buch sehen (wenn illustriert)
- Kindergartenkinder: Nebeneinander kuscheln, Arm um das Kind
- Grundschulkinder: Flexibel - manche mögen noch Nähe, manche lieber etwas Abstand
3. Tempo und Pausen:
- Langsamer lesen als für Erwachsene
- Deutlich artikulieren
- Nach jedem Abschnitt oder jeder Seite kurz pausieren
- Kinder brauchen Zeit, die Bilder im Kopf entstehen zu lassen
4. Stimme variieren:
- Verschiedene Charaktere mit leicht unterschiedlichen Stimmen
- Flüstern bei Geheimnissen oder Spannung
- Lauter bei Aufregung oder Action
- Langsamer bei traurigen oder nachdenklichen Momenten
- Aber: Nicht übertreiben - bleiben Sie authentisch
5. Interaktion einbauen:
- "Was glaubst du, passiert jetzt?"
- "Wie würdest du dich fühlen?"
- Kinder Geräusche machen lassen ("Wie macht der Schlitten? Genau, kling-kling!")
- Bei Wiederholungen: Kinder mitsprechen lassen
Umgang mit Unterbrechungen und Fragen
Wenn Kinder unterbrechen:
- Gut: Fragen zulassen, zeigt Interesse und Verständnis
- Aber: Bei zu vielen Unterbrechungen sanft sagen: "Lass uns erst die Geschichte fertig hören, dann können wir darüber sprechen"
- Trick: "Merkfragen" - "Das ist eine gute Frage! Merk sie dir, am Ende sprechen wir darüber"
Wenn Kinder nicht zuhören:
- Vielleicht ist die Geschichte zu lang oder zu schwer?
- Vielleicht ist das Kind zu müde oder zu aufgedreht?
- Keine Strafe - einfach sagen: "Wir hören heute auf, morgen lesen wir weiter"
- Zwang zerstört die Freude am Vorlesen
Wenn Kinder Angst bekommen:
- Sofort pausieren
- Trösten, Nähe geben
- Erklären: "Es ist nur eine Geschichte, es ist nicht echt"
- Fragen: "Soll ich weiterlesen oder lieber aufhören?"
- Eventuell zu einer anderen, weniger gruseligen Geschichte wechseln
Nach der Geschichte
Lassen Sie die Geschichte nachklingen:
- Nicht sofort zum nächsten Programmpunkt springen
- Ein paar Minuten Stille oder leises Gespräch
- "Was hat dir am besten gefallen?"
- Kinder ihre Gedanken teilen lassen - aber nicht erzwingen
Bei Gute-Nacht-Geschichten:
- Ruhig enden - keine aufregenden Diskussionen mehr
- Kerze ausblasen, Licht löschen
- "Schlaf gut, träum was Schönes"
- Raum verlassen, aber Tür einen Spalt offen lassen (wenn gewünscht)
7. Häufige Fehler beim Vorlesen von Weihnachtsgeschichten - und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Die falsche Geschichte für das Alter
Problem: Eine zu komplexe Geschichte für ein 3-Jähriges oder eine zu simple für ein 9-Jähriges - beide langweilen sich oder sind überfordert.
Lösung: Achten Sie auf Altersangaben. Wenn unsicher: Lieber etwas zu einfach als zu schwer. Kinder fühlen sich geschmeichelt, wenn sie etwas "schon" verstehen.
Fehler 2: Zu lange Geschichten zur falschen Zeit
Problem: Um 20:30 Uhr eine 45-Minuten-Geschichte anfangen, wenn das Kind schon gähnt.
Lösung: Lange Geschichten für Wochenenden oder wenn Zeit ist. Abends: kurze Geschichten. Oder: Fortsetzungsgeschichten ("Jeden Abend ein Kapitel").
Fehler 3: Zu dramatisch oder übertrieben vorlesen
Problem: Manche Eltern denken, sie müssen ein Theaterstück aufführen. Das kann anstrengend sein - für alle.
Lösung: Bleiben Sie natürlich. Ein bisschen Variation in der Stimme ist schön, aber Sie müssen kein Schauspieler sein. Ihre Stimme, Ihre Nähe - das ist es, was zählt.
Fehler 4: Ständig die gleiche Geschichte - oder nie wiederholen
Problem: Manche Eltern nerven sich, wenn Kinder immer dieselbe Geschichte wollen. Andere zwingen Abwechslung auf.
Lösung: Kinder LIEBEN Wiederholungen - das ist normal und wichtig für ihr Lernen. Erlauben Sie es. Aber: Sie dürfen auch mal sagen: "Heute lesen wir die, morgen darfst du wieder wählen." Balance finden.
Fehler 5: Vorlesen mit Handy in der Hand
Problem: Nebenbei auf dem Smartphone scrollen während des Vorlesens - Kinder merken das und fühlen sich nicht wertgeschätzt.
Lösung: Handy weglegen. Diese 10-15 Minuten gehören dem Kind. Volle Aufmerksamkeit.
Fehler 6: Geschichten mit versteckten Schrecken
Problem: Manche "Kinder"-Geschichten enthalten gruselige Elemente (böse Hexen, bedrohliche Situationen), die unterschätzt werden.
Lösung: Lesen Sie Geschichten vorher selbst. Kennen Sie Ihr Kind - manche sind sensibler als andere. Im Zweifel: Weglassen.
8. Weihnachtsgeschichten als pädagogisches Werkzeug
Was Kinder durch Weihnachtsgeschichten lernen
Sprachentwicklung:
- Wortschatzerweiterung (neue Wörter wie "Adventskranz", "Christkind", "Lebkuchen")
- Satzbau und Grammatik (durch Zuhören internalisieren)
- Erzählstrukturen verstehen (Anfang-Mitte-Ende)
- Reime und Rhythmus schulen das Sprachgefühl
Kognitive Fähigkeiten:
- Konzentration und Aufmerksamkeit
- Gedächtnis (Handlung merken, Zusammenhänge erkennen)
- Logisches Denken (Ursache-Wirkung verstehen)
- Fantasie und Kreativität (innere Bilder entwickeln)
Emotionale Intelligenz:
- Gefühle benennen lernen ("Die Maus ist traurig")
- Empathie entwickeln (sich in Charaktere hineinversetzen)
- Eigene Gefühle verarbeiten (durch Identifikation mit Figuren)
- Trost finden (Geschichten können trösten bei realen Problemen)
Soziale Kompetenzen:
- Werte verstehen (Teilen, Helfen, Ehrlichkeit) - aber implizit, nicht belehrend
- Konfliktlösung (sehen, wie Charaktere Probleme lösen)
- Freundschaft und Zusammenarbeit
- Perspektivwechsel (verschiedene Sichtweisen nachvollziehen)
Kulturelles Verständnis:
- Traditionen kennenlernen (warum feiern wir Weihnachten?)
- Bräuche verstehen (Adventskranz, Nikolaus, Tannenbaum)
- Zugehörigkeit zu einer Kultur
Geschichten als Gesprächsanlass
Nutzen Sie Geschichten, um mit Kindern über wichtige Themen zu sprechen:
Nach einer Geschichte über Teilen:
"Der kleine Hase hat seinen letzten Keks geteilt. Hast du auch schon mal etwas geteilt? Wie hat sich das angefühlt?"
Nach einer Geschichte über Angst:
"Das Reh hatte Angst vor der Dunkelheit. Gibt es etwas, wovor du manchmal Angst hast?"
Nach einer Geschichte über Wünsche:
"Wenn du dir etwas wünschen dürftest - nicht nur ein Spielzeug, sondern irgendetwas - was wäre das?"
Wichtig: Fragen, nicht verhören. Wenn das Kind nicht antworten möchte, ist das okay. Kein Druck.
9. Kreative Erweiterungen: Mehr als nur Vorlesen
1. Geschichten nachspielen
Nach dem Vorlesen: Die Geschichte mit Kuscheltieren oder Figuren nachspielen. Kinder lieben es, Geschichten leibhaftig zu machen.
Variante: Verkleiden und die Geschichte als kleines Theaterstück aufführen (für die Großeltern, Geschwister).
2. Geschichten malen
"Mal doch, wie du dir den Weihnachtsmann vorstellst!" oder "Wie sah der Wald in der Geschichte aus?"
Effekt: Vertieft das Verständnis und lässt Kinder kreativ verarbeiten.
3. Eigene Geschichten erfinden
"Was glaubst du, ist am nächsten Tag passiert?" Oder: "Erzähl doch DU mir eine Geschichte!"
Tipp: Beginnen Sie eine Geschichte und lassen Sie das Kind weiterspinnen. Abwechselnd Sätze hinzufügen.
4. Geschichten mit Musik verbinden
Nach einer Geschichte ein passendes Weihnachtslied singen. Oder: Leise Hintergrundmusik während des Vorlesens (sehr leise!).
5. Adventskalender mit Geschichten
Jeden Tag im Advent eine andere kurze Geschichte. Am Ende haben Sie 24 Geschichten gehört - eine wunderbare Tradition.