Das verlorene Jesuskind

Das verlorene Jesuskind Lesezeit: ca. 3 Minuten "Komm, hilf mir mal", sagt Papa und hebt die schwere Krippe vom Dachboden herunter. Max steht unten und packt mit an. Morgen ist Weihnachten und Max darf helfen, die Krippe mit aufzubauen. Darauf freut er sich jedes Jahr. Die schönen Holzfiguren von Maria, Josef und dem Jesuskind und die vielen Schafe mitsamt den Hirten - Max hatte große Freude, die Figuren anzuordnen. Papa stellt die Krippe neben den Weihnachtsbaum: "So, Max. Hier ist der Karton mit den Figuren. Ich bin schon gespannt, wie du dieses Jahr die Krippe schmückst." Max greift nach dem Karton und legt gleich los. Er stellt die Schafe zusammen und holt ein paar Hirten aus dem Karton. Auch Ochse und Esel sind dabei; die kommen natürlich in den Stall. Ein paar Engel verteilt er rund um die Scheune und schließlich holt er noch Maria und Josef aus dem Karton. Aber wo ist das Jesuskind? Max schüttelt die Box, doch die ist leer. Ist es vielleicht schon runtergefallen? Er bückt sich und sieht unter der Krippe nach - doch da ist nichts. "Papaaaa!", ruft Max hektisch. Papa eilt ins Wohnzimmer: "Hast du dich verletzt? Was ist denn los?" "Das Jesuskind fehlt", antwortet Max. Papa fragt, ob er schon überall gesucht hat und als Max das bejaht, klettert Papa noch einmal auf den Dachboden. Nach einer Weile kommt er wieder herunter und hat auch nichts gefunden. "Da müssen wir uns wohl dieses Jahr etwas anderes überlegen", meint er. Max ist entsetzt: "Eine Krippe ohne Jesuskind?" Papa schüttelt den Kopf. Er erklärt, dass sie ja eine Puppe hineinlegen könnten oder eine von Max' Playmobilfiguren. Max ist nicht erfreut, beginnt aber gleich nach einem passenden Jesus-Ersatz zu suchen. Seine Spielfiguren sind alle zu groß und auch Playmobil passt nicht in den winzigen Futtertrog für das Jesuskind hinein. Papa wühlt ein bisschen im Schrank und zieht schließlich sein Schachspiel hervor. "Ich will jetzt kein Schach spielen, wir suchen doch ein Jesuskind", brummt Max ärgerlich. Papa lächelt und holt eine schwarze Bauer-Spielfigur heraus. Er legt sie in die Krippe und sie ist perfekt. Max ist nicht begeistert. Das ist ja wohl kein schöner Jesus. Aber besser, als wenn die Krippe leer ist.
Am nächsten Tag kommen Oma und Opa um mit Max und seinen Eltern Weihnachten zu feiern. Opa kneift die Augen zusammen, als er die Krippe ansieht. "Sehe ich schlecht oder ist das Jesuskind dunkler als letztes Jahr?", fragt er. Das findet Max gar nicht lustig. Er hat doch gewusst, dass Weihnachten gar nicht schön werden kann, wenn das Jesuskind fehlt. Ihm kommen die Tränen und als er schon aus dem Zimmer stürmen will, packt Oma ihn am Arm und zieht ihn auf ihren Schoß. "Opa hat doch nur einen Spaß gemacht", beginnt sie, "ich finde deine Idee vom Schach-Jesus toll. Außerdem kommt es an Weihnachten gar nicht darauf an, wie das Jesuskind aussieht und wo es liegt. Sonst hätte Gott seinen Sohn ja auch nicht in einem Stall zur Welt kommen lassen. Das Wichtigste ist, dass du an das Jesuskind denkst und möchtest, dass es an diesem Tag bei uns ist. Das ist viel wichtiger als alles andere." Max sieht seine Oma prüfend an: "Findest du?" Oma nickt: "Und, dass wir alle hier zusammen Weihnachten feiern können, ist sowieso das größte Geschenk von allen." Das findet Max auch und er ist schon gar nicht mehr so traurig.

Autor: weihnachtsgeschichten.net

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