Tobias und sein schönstes Weihnachten!

Draußen ist es dunkel, der Schnee fällt vom Himmel und Tobias liegt mit offenen Augen im Bett, er kann einfach nicht einschlafen. In Gedanken zählt er die Tage bis Weihnachten, drei Tage noch, dann kommt das Christkind. Früher waren alle immer gut gelaunt, Papa und er sind durch den hohen Schnee in den Wald gestapft und kamen mit roten Nasenspitzen müde zurück. Im Haus roch es nach Lebkuchen und sie tranken Kakao während Tobias einen langen Wunschzettel schrieb. Damals war die Welt noch in Ordnung, alle waren zusammen und aßen die besten Kekse der Welt. Doch jetzt ist alles anders, seit Papa ausgezogen war, hatte Weihnachten seinen Glanz verloren. Mama hat keinen Lebkuchen gebacken und war traurig, manchmal weinte sie sogar. Niemand ging mit ihm spazieren und niemand hatte ihn aufgefordert, einen Wunschzettel zu schreiben.
Irgendwann schlief Tobias ein, und als er am Morgen erwachte, war es bereits hell. Schnell zog er sich an und lief in die Küche, wo Mama den Frühstückstisch deckte. „Guten Morgen du Langschläfer“, begrüßte sie ihn, „Schau, wie viel es geschneit hat, genug um mit Tom eine Schneeburg zu bauen!“ Tom war Tobias bester Freund, er nickte; „mal sehen!“
Nach dem Frühstück rief er Tom an um ihn zu fragen, aber Tom hatte keine Zeit. Er und sein Vater wollten eislaufen und ins Kino. Tobias war sehr enttäuscht. „Was ist los?“, wollte seine Mama wissen, „gar nichts“, antwortete Tom. „Ich mag keine blöde Schneeburg bauen, ich bin kein Baby mehr und Tom kann mir auch gestohlen bleiben!“ Heftig stampfte er mit dem Fuß auf, Mama sah ihn verwundert an, „Habt ihr euch gestritten?“ fragt sie. „Lasst mich doch alle in Ruhe!“, brüllte Tobias und begann heftig zu weinen. Erschrocken nahm ihn seine Mama in die Arme, „Ich mach uns einen Kakao und dann reden wir!“ sagte sie. Als sie beim Tisch zusammensaßen, hörte man nur die Uhr ticken. „Ich weiß, was mit dir los ist, du vermisst deinen Papa, habe ich recht?“ Tobias saß mit gesenktem Kopf da. „Ich kann dich gut verstehen“, sprach Mama weiter, „ich vermisse ihn auch. Es wird einige Zeit dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben, dass Papa nicht mehr bei uns wohnt!“
„Ich will mich aber nicht daran gewöhnen!“, Tobias schlug mit der Faust auf den Tisch, dass der Kakao überschwappte und eine kleine Pfütze bildete. Mama sah ihn traurig an. „Papa und ich haben uns in letzter Zeit nicht mehr so gut verstanden!“ „Aber warum nur?“, habe ihr euch nicht mehr lieb, wollt ihr euch etwa“, er brachte das Wort nur mühsam über die Lippen, „scheiden lassen?“
„Es tut mir sehr leid“, sagte Mama, „aber ich kann dir deine Frage im Moment nicht beantworten. Eines kann ich dir versprechen, dein Papa hat dich noch genau so lieb wie vorher, daran hat sich nichts geändert, und ich auch!“
Plötzlich hatte er eine Idee, „Hast du Lust mit mir eine Schneeburg zu bauen?“, „Gern!“ lächelte Mama, „wenn du mir beim Keksbacken hilfst!“ „Juchu!“, Tobias rannt die Treppe hinauf, um sich umzuziehen.
Am Abend schrieb Tobias einen langen Brief an das Christkind und legte ihn vor die Haustür. Die Tage vergingen im Flug und Weihnachten war da. Zuerst spielte Tobias in seiner Schneeburg, doch je später es wurde, umso aufgeregter wurde er. „Wann ist es endlich soweit?, fragte er Mama. „Ein wenig Geduld wirst du schon noch haben müssen“, sagte Mama und deckte den festlichen Tisch. „Geh dich einmal umziehen!“ Er wollte gerade in sein Zimmer, als es an der Tür läutete. „Kannst du aufmachen?“, fragte Mama. Tobias schluckte, in seinem Hals war es plötzlich eng und das Herz klopfte ihm bis zum Hals, als er die Tür öffnete. Draußen stand sein Vater und lächelte ihn an. „Frohe Weihnachten, mein Großer!“