Die Oma zu Weihnachten!

Das Auto parkt in einer Einfahrt vor einem großen Haus. Endlich ist die Fahrt zu Ende. Lange hat s gedauert, es ist schon Abend. Die Kinder laufen gespannt ins Haus. Alle ist schon fertig eingeräumt. Die Schlafzimmer sind aufgebaut, das Esszimmer und die Küche sind fertig, sogar den Adventskranz hat die Mutter schon aufgebaut. Der Umzug ist erledigt, das Leben kann wieder seinen normalen Lauf nehmen. Rechtzeitig vor Weihnachten. Alles ist besser als es vorher war. In der kleinen Wohnung in der Stadt mussten die Kinder sich ein Zimmer teilen, sie schliefen in einem Etagenbett und hatten kaum Platz für ihre Spielsachen gehabt. Nun hatte jedes Kind ein schönes, großes Zimmer mit viel Platz zum Spielen und einen Garten hatten sie auch. Wenigstens ließ sich das vermuten unter den Schneemassen, die alles grün verbargen. Außerdem war es ja schon dunkel. Nach dem Abendessen gehen alle schlafen, um am nächsten Morgen gut ausgeruht zu sein, um die neue Umgebung zu erkunden.

Am nächsten Morgen gehen die Kinder dick eingemummelt vor die Tür. Es hat wieder geschneit und alles sieht aus, wie von einer dicken Schicht Puderzucker überzogen. Ausgelassen tollen die Kinder im Schnee. Im Haus nebenan sitzt eine alte Frau am Fenster und beobachtet die Kleinen beim Spielen. Als die Kinder sie entdeckt haben, winkt sie freundlich. Die Kinder winken schüchtern zurück. Sie sind verunsichert, in der Stadt gab es immer nur Schimpfe, wenn sie ausgelassen vor der Tür getobt haben. Hier scheint das niemanden zu stören.
Von nun an können die Kinder täglich draußen spielen. Sie fahren Schlitten, bauen Schneemänner und können einfach Kinder sein. Anders als es in der Stadt jemals möglich gewesen wäre. Die alte Frau sitzt täglich am Fenster und beobachtet die Kinder.
Das Weihnachtsfest rückt näher. Bald ist es soweit.
Am Heiligen Abend schickt die Mutter die Kinder raus, damit sie in aller Ruhe die Bescherung vorbereiten kann. Wieder sitzt die alte Frau am Fenster und winkt. Heute aber winkt sie nicht einfach, sie winkt die Kinder herbei, sie sollen ins Haus kommen. Schüchtern gehen die Kinder zur Tür. „Es ist offen“ ruft die Frau, „kommt einfach rein“. Die Kinder gehen vorsichtig ins Haus. Im Wohnzimmer sitzt die Frau. Sie freut sich offensichtlich, dass die Kinder endlich mal reingekommen sind. Sie fragt die Kinder nach Ihren Namen. „Ich bin Ella und das ist mein Bruder Max“ sagt das Mädchen. „Freut mich sehr Ella und Max, ich bin Irma“ sagt die Frau „Ich habe hier ein Geschenk für Euch!“
Irma überreicht jedem Kind ein Päckchen. Sie fühlen sich weich an. „Wir haben nichts für Dich, tut uns leid“ „Das macht nichts! Ihr seid mein schönstes Weihnachtsgeschenk!“ sagt Irma, die keine eigenen Kinder hat. „Ich würde mich freuen, wenn ihr mich öfter mal besuchen kommt. Ich bin so einsam.“
Die Mutter ruft, es sei Bescherung. Schnell laufen die Kinder nach Hause und packen alle Geschenke aus, auch die von Irma. Sie hat für jedes Kind ein Paar Socken gestrickt. Die Kinder freuen sich unheimlich, sie haben eine „Oma“ bekommen