3 Wünsche für das Jesuskind
Kategorie: Moderne Weihnachtsgeschichten
3 Wünsche für das Jesuskind Lesezeit: ca. 2 Minuten Es war einmal zu einer sehr kalten, und sehr schönen Weihnachstszeit, als ein Kind seinen Großvater besuchen ging. Als der Junge bei seinem Großvater ankam, sah er, dass dieser am schnitzen von Krippenfiguren war. Der Junge war so sehr von der Sache begeistert, dass er sich alles ganz genau ansah. Und als er dies tat, fingen die Figuren plötzlich an, für diesen kleinen Jungen zu spielen, und einige Zeit später fingen die Püppchen sogar an für ihn zu leben. Das Jesuskind schaute das Kind an, und das Kind das Jesuskind. Urplötzlich erschrack das Kind, und bekam tränen in den Augen. "Warum weinst du denn mein Kind?" fragte das Jesuskind sofort. "Ich habe dir nichts mitgebracht, deswegen weine ich" antwortete das Kind. "Das ist schlecht, denn ich würde sehr gerne etwas von dir haben" antwortete das Jesuskind. Als der Junge dies hörte, glaubte er, er hätte sich verhört, und er antworte sofort "ich will dir alles schenken was ich besitze". Nun gut, "drei Sachen möchte ich von dir haben" entgegnete das Jesuskind dem kleinen Jungen. Der kleine aber selber, der fast vor Freude am platzen war, fiel dem jesuskind ins Wort "ich schenke dir mein neues Buch, meine elektrische Eisenbahn und mein Spielzeug…"? Nein"" antwortete das Jesuskind. "Ich will stadtdessen viel lieber deinen letzten Aufsatz den du geschrieben hast haben".
Als der kleine Junge dies hörte, fing er sofort an zu stottern, und sagte "da hat aber doch mein Lehrer die Note ungenügend drunter geschrieben". "Genau wegen dieser Note, und dem ungenügend möchte ich deinen letztgeschriebenen Aufsatz haben" entgegnete das Jesuskind. Der Junge war verwirrt, und verstandnicht ganz, deswegen fragte er "warum willst du denn meinen letzten geschriebenen Aufsatz haben?". "Du sollst mir ab sofort, und ab heute alles zu mir bringen, was deine Lehrer mit ungenügend bewertet haben, gibst du mir dein Wort darauf?" entgegnete das Jesuskind. Der kleine Junge sehr froh, und fröhlich sagte nur "sehr gerne, ich gebe dir mein Wort darauf". "Ich will aber auch noch deinen Milchbecher haben" entgegnete das Jesuskind zu dem kleinen Jungen. "Aber warum denn? Den habe ich doch heute morgen dummerweiße zerbrochen!". Das Jesuskind antwortete darauf nur, "ich will das du mir alles bringst, was du kaputt machst, denn ich will es wieder heil machen für dich, habe ich dein Wort darauf?". "Das ist eine verdammt schwierige Entscheidung" entgegnete der kleine Junge zu dem Jesuskind, und fragte ihn "hilfst du mir dabei?". "Nun mein dritter Wunsch" entgegnete das Jesuskind. "Ich möchte, dass du mir die ehrliche Antwort gibst, als deine Mutter gefragt hatte, wie denn der Milchbecher zerbrochen sei!". Der junge sah auf einmal total traurig aus, legte seinen Kopf auf die Tischkante, und fing an zu weinen und sagte "ich habe ihn nicht ausversehen zerbrochen, sondern absichtlich!". "Du sollst mir absofort all deine Lügen, dein Böses und deinen Trotz bringen, denn du veranstaltet hast," entgegnete das Jesuskind. "Und immer wenn du zu mir kommst, egal ob du gerade Wut hast, du etwas aus Trotz getan hast, oder böse warst, ich will mich dir annehmen, und dir helfen, dass alles viel besser in den Griff zu bekommen". Der Junge hörte ganz gespannt der Stimme des Jesuskindes zu, und war überrascht und erstaunt.
Autor: weihnachtsgeschichten.net
- Ausführliche Interpretation der Geschichte
- Zeitliche Verortung
- Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
- Emotionale Wirkung
- Moral und Werte
- Ist die Geschichte zeitgemäß?
- Realitätsbezug oder Eskapismus?
- Schwierigkeitsgrad
- Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
- Vorlesen oder Selberlesen?
- Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
- Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
- Abschließende Empfehlung
Ausführliche Interpretation der Geschichte
Die Erzählung "3 Wünsche für das Jesuskind" ist weit mehr als eine süße Weihnachtsanekdote. Sie stellt eine tiefgründige Allegorie auf die wahre Natur des Schenkens und der Beziehung zwischen Mensch und Glauben dar. Der Junge möchte zunächst Materielles opfern – Buch, Eisenbahn, Spielzeug –, doch das Jesuskind lehnt dies ab. Stattdessen fordert es scheinbar wertlose und beschämende Dinge: eine schlecht benotete Schularbeit, einen zerbrochenen Becher und eine belastende Lüge. Hierin liegt der Kern der Interpretation: Das Göttliche interessiert sich nicht für perfekte Gaben oder makellose Frommheit. Es sehnt sich nach unserer ungeschminkten Realität, nach unseren Fehlern, unserem Versagen und unserer Schuld. Die "Wünsche" des Jesuskindes sind eigentlich Einladungen zur bedingungslosen Annahme. Es bietet an, das "Ungenügende" zu verwandeln, das Zerbrochene zu heilen und die Last der Unwahrheit zu tragen. Die Geschichte dreht die typische Weihnachtslogik um: Nicht wir beschenken das Christkind, sondern es bietet uns den Raum, unsere menschliche Unvollkommenheit abzugeben und Heilung zu empfangen. Die magische Animation der Krippenfiguren symbolisiert dabei den Moment, in dem der Glaube für den Jungen lebendig und persönlich wird.
Zeitliche Verortung
Die Handlung ist bewusst zeitlos gehalten. Es gibt keine konkreten Hinweise auf eine bestimmte historische Epoche. Die erwähnte elektrische Eisenbahn und Schulaufgaben verorten sie grob im 20. oder 21. Jahrhundert, doch die zentralen Themen sind universell. Gerade diese Zeitlosigkeit ist eine große Stärke der Geschichte. Du musst keinen historischen Kontext kennen, um sie zu verstehen. Die Konflikte des Jungen – Scham über eine schlechte Note, Angst vor der Strafe für mutwilliges Zerstören, die Qual einer Lüge – sind in jeder Generation und in fast jeder Kultur nachvollziehbar. Diese universelle Anschlussfähigkeit macht die Erzählung so beständig und übertragbar auf die eigene Lebenserfahrung.
Welche Stimmung erzeugt die Geschichte?
Die Stimmung durchläuft eine bemerkenswerte Wandlung. Sie beginnt mit der warmen, vertrauten und fast nostalgischen Atmosphäre eines Weihnachtsbesuchs beim Großvater, der Krippenfiguren schnitzt. Die magische Belebung der Figuren erzeugt ein Gefühl des staunenden Wunders und der kindlichen Freude. Mit den unerwarteten Wünschen des Jesuskindes wechselt die Stimmung jedoch in eine Phase der Verwirrung und leichten Beklommenheit, als der Junge mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert wird. Die Szene, in der er seine Lüge gesteht und den Kopf auf den Tisch legt, ist von großer emotionaler Dichte und Ernsthaftigkeit geprägt. Die Geschichte mündet schließlich in eine Stimmung der befreienden Hoffnung und des getrösteten Vertrauens. Es ist ein sanfter, aber kraftvoller emotionaler Bogen von behaglicher Weihnachtlichkeit über beunruhigende Selbsterkenntnis hin zu tröstlicher Gnade.
Emotionale Wirkung
Beim Lesen oder Zuhören löst diese Geschichte ein komplexes Geflecht an Emotionen aus. Zunächst stellt sich vielleicht Rührung über die innige Begegnung ein. Die Verwirrung und Scham des Jungen sind sehr nachfühlbar und können eigene Erinnerungen an ähnliche Situationen wachrufen, was zu einer tiefen Nachdenklichkeit führt. Der Moment des Geständnisses ist von einer traurigen Ehrlichkeit. Die entscheidende emotionale Wirkung liegt jedoch im finalen Versprechen des Jesuskindes: Hier entfaltet sich eine starke, tröstende Hoffnung. Es ist die Hoffnung, dass man mit seinen Fehlern nicht allein ist, dass es einen Ort der Annahme jenseits von Leistung und Perfektion gibt. Diese Mischung aus Nostalgie, leiser Betroffenheit und letztlich befreiendem Trost macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Moral und Werte
Die vermittelten Werte sind eindeutig im christlichen Glauben verwurzelt, gehen aber in ihrer menschlichen Tiefe weit darüber hinaus. Die zentrale Botschaft ist die bedingungslose Annahme. Das Jesuskind fordert nicht erst Besserung, um dann zu helfen – es will gerade das "Ungenügende", das "Zerbrochene" und das "Böse" haben, um es zu verwandeln. Dies reflektiert den theologischen Kern von Weihnachten: Gott kommt in die Welt, um sich den Menschen in ihrer Schwachheit zuzuwenden. Neben diesem stark religiösen Wert werden aber auch allgemeinmenschliche Tugenden transportiert: Ehrlichkeit (das Geständnis), Demut (das Eingeständnis des Versagens) und Vertrauen (das Geben des Wortes). Diese Werte passen perfekt zu Weihnachten, das oft als Fest der perfekten Inszenierung missverstanden wird. Die Geschichte erinnert daran, dass das Fest im Kern von der Annahme des Unvollkommenen handelt.
Ist die Geschichte zeitgemäß?
Diese Erzählung ist in hohem Maße zeitgemäß, vielleicht sogar notwendiger denn je. In einer Gesellschaft, die oft von Leistungsdruck, Optimierungswahn und der Angst vor Fehlern geprägt ist, bietet sie ein radikales Gegenmodell. Die Frage "Was muss ich leisten, um angenommen zu werden?" wird hier beantwortet mit: "Nichts. Bring mir einfach, was dich belastet." Moderne Parallelen lassen sich zu psychologischen Konzepten wie Selbstakzeptanz und Vulnerabilität ziehen. Die Geschichte wirft hochaktuelle Fragen auf: Wo können wir heute unsere "ungenügenden Aufsätze" und "zerbrochenen Becher" hinbringen? Gibt es Räume, in denen wir unsere Fehler und unsere Wut ohne Verurteilung ablegen können? In einer Zeit, die nach Authentizität und psychischer Gesundheit sucht, ist diese Botschaft von unschätzbarem Wert.
Realitätsbezug oder Eskapismus?
Die Geschichte stellt keineswegs Eskapismus dar. Sie blendet die Probleme der Welt nicht aus, um eine heile Weihnachtswelt zu erschaffen. Im Gegenteil: Sie thematisiert gezielt die kleinen, alltäglichen "Brüche" und Konflikte, die auch in der besinnlichsten Zeit existieren – schulisches Versagen, impulsive Zerstörungswut, Lügen aus Angst. Sie schafft keine heile Welt, sondern zeigt einen Weg, wie man mit der unheilvollen Seite des Lebens umgehen kann. Der magische Realismus (die lebendigen Krippenfiguren) dient dabei nicht der Flucht, sondern als Mittel, um eine tiefere, tröstliche Wahrheit erfahrbar zu machen: Dass man mit seinen Mängeln und Sünden nicht allein gelassen wird. Es ist also ein sehr realitätsbezogener Trost.
Schwierigkeitsgrad
Sprachlich ist die Geschichte als leicht bis mittelschwer einzustufen. Der Satzbau ist meist klar und parataktisch, die Wortwahl ist alltagstauglich und gut verständlich. Einzelne Begriffe wie "urplötzlich" oder Wendungen wie "vor Freude am Platzen sein" sind bildhaft und für Kinder leicht erfassbar. Die direkten Dialoge zwischen dem Jungen und dem Jesuskind sorgen für Dynamik und Verständlichkeit. Die größere Herausforderung liegt nicht in der Sprache, sondern im Verständnis der metaphorischen Ebene – also zu begreifen, dass die "drei Wünsche" symbolisch für die Abgabe aller Lebensprobleme stehen. Dieses tiefere Verständnis erschließt sich je nach Alter und Reife des Lesers oder Zuhörers unterschiedlich.
Für welchen Anlass eignet sich die Geschichte?
Diese Geschichte eignet sich hervorragend für das familiäre Vorlesen am Heiligen Abend oder an einem der Adventssonntage. Sie passt perfekt in eine ruhige Stunde, in der man über die Bedeutung des Festes nachdenken möchte. Auch im religiösen Unterricht, in der Kinderkirche oder im Rahmen einer Schulandacht in der Grundschule kann sie wunderbar eingesetzt werden, um das Weihnachtsgeschehen auf die Lebenswelt der Kinder zu beziehen. Darüber hinaus ist sie eine schöne Geschichte für das Betthupferl in der Adventszeit, die zum Gespräch über den Tag anregen kann: "Was wäre heute dein 'ungenügender Aufsatz' gewesen?"
Vorlesen oder Selberlesen?
Die Erzählung eignet sich in besonderem Maße zum Vorlesen. Die dialoglastige Struktur lädt dazu ein, mit unterschiedlichen Stimmen zu lesen – die verwunderte, dann erschrockene Stimme des Jungen und die sanfte, bestimmte Stimme des Jesuskindes. Beim Vorlesen kann der Erwachsene zudem Pausen machen, auf Reaktionen der Zuhörenden eingehen und die metaphorische Bedeutung behutsam erklären, falls Fragen aufkommen. Für geübte junge Leser ab etwa 8 oder 9 Jahren ist sie aber auch gut zum Selberlesen geeignet und bietet dann Anlass für ein anschließendes Gespräch mit Eltern oder Großeltern.
Für welche Altersgruppe eignet sich die Geschichte?
Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Alter von etwa 6 bis 12 Jahren. Jüngere Kinder ab 5 Jahren verstehen die magische Handlung und die Grundemotionen (Freude, Scham, Trost), während ältere Kinder die symbolische Tiefe der drei Wünsche immer besser erfassen können. Die Thematik von Schulstress, Fehlern und dem Wunsch nach Annahme spricht Kinder in der Grundschule und der frühen weiterführenden Schule unmittelbar an. Selbst Jugendliche und Erwachsene können der Geschichte noch etwas abgewinnen, da die grundlegende Botschaft der Entlastung von Leistungsdruck und Schuld in jedem Lebensalter relevant ist.
Für wen eignet sich die Geschichte weniger?
Die Geschichte eignet sich weniger für Menschen, die eine rein weltliche, nicht-religiöse Weihnachtsfeier gestalten und dabei jeden christlichen Bezug vermeiden möchten. Hier ist der theologische Kern zu dominant. Auch für sehr kleine Kinder unter 4 Jahren ist die Handlung mit ihren emotionalen Wendungen und dem abstrakten Trostversprechen möglicherweise noch nicht ganz greifbar. Wer eine actionreiche, humorvolle oder rein unterhaltsame Weihnachtsgeschichte sucht, wird hier nicht fündig. Sie ist eine ruhige, nachdenkliche und gefühlsbetonte Erzählung, die eine gewisse Offenheit für spirituelle oder moralische Reflexion voraussetzt.
Abschließende Empfehlung
Wähle diese Geschichte genau dann, wenn du nach einer Weihnachtserzählung suchst, die unter die Oberfläche geht. Sie ist das perfekte Gegengewicht zum materiellen Schenktrubel und zur oft oberflächlichen Festtagsfreude. Lies sie in einem Moment der Ruhe, vielleicht nach dem Auspacken der Geschenke oder beim Kerzenschein am Weihnachtsbaum, wenn Raum für Gespräche und Gefühle ist. Sie ist ideal für Familien, die die christliche Bedeutung des Festes vermitteln möchten, aber auch für alle, die eine berührende Geschichte über die menschliche Sehnsucht nach Annahme suchen. "3 Wünsche für das Jesuskind" verwandelt die Weihnachtskrippe von einem schönen Dekorationsstück in einen lebendigen Ort der Begegnung und heilsamen Entlastung – eine Botschaft, die in keiner Weihnachtszeit an Kraft verliert.
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